Deine innere Mitte

Deine innere Mitte – wie findest Du sie?

Wo ist sie denn, meine innere Mitte, fragte ich mich schon öfter, denn jeder schien mir etwas anderes darüber zu erzählen: bei meiner Shiatsu-Ausbildung galt das Hara (Punkt im unteren Bauchraum) als die innere Mitte, die es zu stärken und zu entdecken galt. Beim Yoga sprach jeder vom Herz, man sagte mir „öffne Dein Herz“ – ich wusste ehrlich gesagt lange Zeit garnicht, dass meines verschlossen war… und wieder woanders begegnete mir der sogenannte Zentralkanal als wichtigster Ort im Körper!
Um diese Fragen für mich beantworten zu können, musste ich rückblickend erst einmal all diese Körperregionen mental und physisch entdecken und vor allem spüren lernen. Im Nachhinein möchte ich behaupten, dass man die innere Mitte ausschließlich über das Spüren erfahren kann!

Wo ist denn nun die innere Mitte? Herz, Hara oder Zentralkanal?
Alle 3 Energiepunkte haben eins gemeinsam: sie werden autonom gesteuert. Wir können sie mental nicht beeinflussen. Du kannst also nicht sagen: „Herz, höre auf zu schlagen“, oder „Darm, heute Nachmittag bitte besonders gut verdauen“, oder „die Kommunikation zwischen meinen Zellen und dem Gehirn funktioniert Donnerstags einwandfrei“. Das geht nicht, weil alle Funktionen über das vegetative, unbewusste Nervensystem gesteuert werden. Aber indirekt können wir sehr wohl Einfluss nehmen, z.B. durch verschiedene äußere Maßnahmen wie etwa Bewegung, Entspannung, bewusste Atmung…!
Doch leider lernen wir in unserer Gesellschaft heute mehr auf unseren Verstand (zentrales, bewusstes Nervensystem) zu hören – das Bauchgefühl dagegen, wird  uns oft schon recht früh in der Kindheit abtrainiert. Doch dieses Bauch- oder auch Körpergefühl ist essentiell, um wieder Kontakt zu unserem Wohlgefühl zu bekommen.

Deine inneren Mitten sind also unbewusste Körperregionen und deswegen fällt es uns anfangs so schwer, damit in Verbindung zu treten. Aber: es sind physische Orte, die man beginnen kann immer besser zu spüren! Und das ist ein Achtsamkeitstraining.
Wichtig ist es demzufolge, unsere Wahrnehmungsfähigkeit zu verbessern und unser Gehirn lediglich als Beobachtungszentrale und Energielenker zu nutzen.
Und wie verbessere ich meine Wahrnehmungsfähigkeit?
Beginne damit, Deinen Blick nach innen zu richten, in deinen Körper, zunächst an einen Ort Deiner Wahl. Und dann beginne zu spüren wie sich dieser Bereich anfühlt: kühl, warm, prickelnd, ängstlich, wegrennend, wütend, kommen Bilder in deinen Sinn, kannst Du gut durchatmen oder beginnt dein Atem zu stocken…? Verbleibe 5 Minuten hier, innerlich beobachtend und mit ruhigem, sanftem Atem! Du wirst beobachten, dass sich alleine dadurch der Gewebezustand sich verändert. Durch reine Quantenphysik.

Vielleicht möchtest Du die verschiedenen Kraftpunkte in deinem Körper spürend erfahren?

Das Hara ist der Ort, an dem die Erdenergie in deinem Körper gespeichert wird, somit ist dieser Ort sehr wichtig für deine Vitalität. Wenn Du Dich also oft müde und ausgebrannt fühlst, könntest Du mit diesem Punkt starten.
Wie spüre ich mein Hara? Lege Dich für den Anfang bequem hin und berühre mit Deinen Händen Dein Hara (ungefähr 3 Fingerbreit unterhalb Deines Bauchnabels). Beginne nun diesen Bereich mit Hilfe der Atmung und Deiner inneren Aufmerksamkeit zu erspüren. Erlebst Du diesen Bereich als fest, kühl, taub, möchtest Du diesen Bereich vielleicht nicht fühlen, kommen unangenehme Erinnerungen hoch? Bleibe 5 Minuten mit Deiner Aufmerksamkeit hier und beobachte einfach nur – einfach nur wertfrei beobachten.
Je häufiger Du auf diese Weise Kontakt zum Hara herstellst, umso liebevoller wird deine Verbindung zu Dir selbst und Deinem inneren Kind. Durch den Aufbau der Erdenergie in deinem Körper wird es dir innerlich wärmer werden und du wirst dich vitaler fühlen.

Die Herzregion ist der Ort der Herztätigkeit, aber auch unserer Atmung! Und wie viele von uns haben ein völlig verändertes Atemmuster im Alltag? Man hält die Luft an; es stockt einem der Atem; man kann nicht tief durchatmen… und wie geht es Dir mit Deiner Atmung? Ja, und unsere Atmung verrät uns indirekt auch, wie es um unsere Herzenergie steht – wenn der Atem jederzeit(!) frei fließen kann, ist auch die Herzenergie im Fluß.
Wie spüre ich mein Herz? Lege Dich für den Anfang bequem hin und berühre mit Deinen Händen Dein Herz (auf dem Brustbein in Höhe zwischen den Brustwarzen). Beginne nun diesen Bereich mit Hilfe der Atmung und Deiner inneren Aufmerksamkeit zu erspüren. Erlebst Du diesen Bereich als fest, kühl, taub, möchtest Du diesen Bereich vielleicht nicht fühlen, kommen unangenehme Erinnerungen hoch? Bleibe 5 Minuten mit Deiner Aufmerksamkeit hier und beobachte nur – einfach nur wertfrei beobachten.
Je häufiger Du auf diese Weise Kontakt zum Herzen herstellst, umso liebevoller wird deine Verbindung zu Dir selbst. Durch den Aufbau der weichen, liebevollen Herzenergie in deinem Körper wirst du sanfter werden – Dir selbst gegenüber, aber auch der Welt und den Menschen gegenüber. Langfristig wird Dir der Kontakt zu anderen Menschen leichter fallen.

Der Zentralkanal oder auch Sushumna-Nadi genannt, ist der wichtigste Energiekanal im Körper. Er verbindet alle Chakren untereinander und leitet die Erdenergien und Himmelsenergien durch Dich hindurch. Wenn Du den Zentralkanal befreist, wirst Du in der Lage sein, die Energien durch Deinen Körper lenken zu können. Du wirst nicht mehr in der Wut oder Traurigkeit oder Überdrehtheit verharren, sondern kannst selbst entscheiden, wie Du Dich fühlen möchtest: konzentriert, herzzentriert, Erdenergien füllend,…
Schulmedizinisch entspricht er unserem Rückenmark: beginnend zentral im Kopf, verläuft er die komplette Wirbelsäule hinunter. Was wenigen bewusst ist: durch unsere sitzende, bewegungsarme und vor allem denkende Lebensweise stockt der Energiefluss – und dann sind wir nicht mehr in der Lage die Energien zu lenken – dann übernehmen meist unsere Gedanken -der Kopf- den Tagesablauf und dadurch fühlen wir uns eher fremdbestimmt.
Erst durch das vermehrte Bewegen unserer Wirbelsäule und der gezielten inneren Bewusstheit wird sich das wieder ändern. Mit steigender Achtsamkeit wirst Du wieder spüren, wo Deine Energien festhängen und kannst die Blockade selbst durch das Gewahrsein auflösen.
Wie bringst Du die Energien in deinem Zentralkanal zum Fließen? Setze Dich möglichst aufrecht hin und bewege zunächst Deine Wirbelsäule, indem Du im Wechsel einen Katzenbuckel machst und Dich immer wieder aufrichtest. Ganz sanft, ein paar Minuten lang, bis sich die Wirbelsäule weicher anfühlt. Und dann beginne bewusst zu atmen: stelle Dir dabei vor, wie Du über das Steißbein einatmest und dabei mit Hilfe der Vorstellung durch die Wirbelsäule nach oben zum Kopf wanderst. Und umgekehrt, also vom Kopf zurück zum Steißbein wieder ausatmest. Spüre und ertaste auf diese Weise 5 Minuten lang Deine Wirbelsäule. Erlebst Du diesen Bereich als fest, kühl, taub, möchtest Du diesen Bereich vielleicht nicht fühlen, begegnen Dir unangenehme Erinnerungen? Bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit hier und beobachte einfach nur – einfach nur wertfrei beobachten!
Je häufiger Du auf diese Weise Kontakt zum Zentralkanal herstellst, umso mehr wird sich der Energiefluss verbessern. Du wirst unabhängiger von Zuständen, die Dich im Außen stören und kehrst immer öfter zu Dir selbst zurück.

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Kennenlernen Deiner inneren Mitte – irgendwann wird Dein kompletter innerer Körper Deine Mitte sein und nichts wird Dich so schnell aus der Ruhe bringen können.
Liebe Grüße,
Hellen.

Bilder: Copyright pixabay / CC0

2019-01-23T23:11:20+00:00