Hast Du auch schon einmal gehört, dass Hochsensibilität eine Folge eines Entwicklungstraumas ist und fragst Dich, was Du gegen die Hochsensibilität tun kannst?

Um den Zusammenhang verstehen zu können, ist es zunächst wichtig zu wissen, dass eines der wichtigsten Ziele in unserer Kindheit das Vorhandensein von Sicherheit war! Wenn sich ein Kind nicht sicher gefühlt hat, weil z.B. die Eltern selbst krank waren und sich nicht richtig um das Kind kümmern konnten, oder die Sicherheit durch irgendeine Art der Übergriffigkeit gefährdet war, dann kann es sein, dass die Hochsensibilität als eine Überlebensstrategie, quasi als eine Folge des Traumas, antrainiert wurde.

Jetzt fragst Du Dich, was ist denn ein Entwicklungsstrauma? Diese Art von Trauma entsteht, wenn die Suche nach Sicherheit (Eltern waren nicht in der Lage ein Zuhause der Sicherheit und Geborgenheit zu gewährleisten) bedroht war. Daraufhin hat sich das autonomen Nervensystems in Richtung „chronischem Stress“ entwickelt, ist quasi „falsch“ programmiert worden.

Unser Autonomes Nervensystem besteht aus 3 Anteilen (nach Ansicht der Polyvagal-Theorie von Stephen Porges):

•  Dem dorsalen Nervus Vagus: wenn der aktiv ist, dann ziehen wie uns zurück, Kontaktabbruch, fühlen uns nicht präsent in unserem Körper
•  Dem Sympathikus: wenn er aktiv ist, dann Kämpfen oder Flüchten wir – sind evtl. aggressiv und aufbrausend
•  Dem ventralen Nervus Vagus: wenn er aktiv ist sind wir kommunikativ, Menschen zugewandt, fühlen uns rundum wohl.

Um auf das Trauma zurück zu kommen: wenn Du Dich sicher gefühlt hast, war der ventrale Vagus aktiv. Wohlfühlen ist quasi ein Zustand des ventralen Vagus. In diesem Zustand wünschen wir uns immer zu sein. Wenn Du allerdings Gefahr gespürt hast, dann hat Dein autonomes Nervensystem auf den Sympathikus umgeschaltet, um schnell reagieren zu können.
Und bei einer Situation, bei der weder Flucht oder Kampf möglich war, also extreme Gefahr für Dich bestand, bist Du in den dorsalen Vagus Zustand gewechselt; hier bist Du innerlich kollabiert, hast Dich wie „tot“ gestellt, evtl. sogar mit Dissoziation, um nichts spüren zu müssen.

Wer ständige Bedrohung oder Abwesenheit von Geschütztsein erlebt hat, wird sich entweder im Sympathikus oder dorsalen Vaguszustand befinden – und das dauerhaft!

Und was hat das nun mit Hochsensibilität zu tun? Um die Lage in Deinem Elternhaus jederzeit einschätzen zu können, hast Du Deine Sinne so stark trainiert, damit Du alle Schwingungsänderungen jederzeit wahrnehmen konntest, und das ist quasi die Überlebensstrategie: die Habachtstellung bei der Deine Sensoren ständig auf „on“ sind, damit Du deine Umwelt abscannen kannst und die Lage einschätzen kannst, um schnell adäquat reagieren zu können.

Das Problem daran ist, dass Du heute wahrscheinlich nicht mehr in dem Umfeld lebst, aber Dein Nervensystem noch das Programm aus Kindertagen abgespeichert hat und entsprechend agiert. Und das ist anstrengend – sehr anstrengend!
Deswegen ist es wichtig im Heute im „Hier und Jetzt“, dieses Anpassungsprogramm umzutrainieren, da Dein Nervensystem komplett überlastet ist und Dein Nervensystem das Gefühl ständiger Gefahr vermittelt. Selbst bei kleinsten Anlässen, wenn z.B. ein Auto zu laut vorbei fährt. Und ausserdem fühlst Du Dich kontinuierlich gestresst, müde, depressiv, hast keine Lust auf andere Begegnungen…

Wie kannst Du nun Deinen Körper aus dieser Schreckspannung befreien? Aktiviere Deinen ventralen Vagus:

  1. Analysiere in welchem autonomen Zustand Du Dich vorrangig befindest (ventraler Vagus, dorsaler Vagus, Sympathikus)
  2. Akzeptiere Deine Überlebensstrategie – verurteile dich nicht dafür!!!
  3. Beginne dein Autonomes Nervensystem umzuprogrammieren!
  4. Re-Story – beginne Deine Geschichte neu zu fassen.

Zu 3.:
Wenn Dein Sympathikus aktiv ist: regelmäßig Ausdauersport treiben, um die Stresshormone abzubauen; danach eine Entspannungsübung machen, um zu lernen im „Hier und Jetzt“ zu bleiben.
Wenn Dein dorsaler Vagus aktiv ist: hier ist es wichtig, die Rückzugsenergie aufzulösen, durch z.B. regelmäßiges Dehnen (Yin-Yoga), ganz bewusst an Plätze (Supermarkt) zu gehen, an denen Du Dich nicht wohl fühlst und übe im Körper zu bleiben (immer nur ganz kurze Sequenzen, die mit der Zeit länger werden können).
Und wie kannst Du den ventralen Vagus trainieren? gehe unter Menschen, die Du magst, berühre Dein Herzchakra mehrmals täglich und bleibe im Kontakt zu Dir selbst, übe Dich im „Inneren Lächeln“, Dankbarkeit und Achtsamkeit lässt Dich ebenfalls im Herzzentrum ankommen – dort, wo der ventrale Vagus entlang läuft, übe Dich im Gesichtsyoga (auch hier verlaufen die Nervenbahnen).

Bedenke, dass kaum ein Mensch einen freien ventralen Vagus hat – die meisten schützen sich im Außen und zeigen sich nicht von ihrer zarten Seite… beginne Du damit Dein Herz zu öffnen – sei Du die Veränderung, die Du in dieser Welt gerne sehen möchtest!

Und vergesse niemals: Es ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird – also sei nachsichtig mit Dir und der Welt!

Wenn Du Unterstützung bei Deinem Prozess benötigst, freue ich mich, Dich begleiten zu dürfen! Wenn Du Lust hast, kannst Du Dir zu diesem Thema auch mein Video auf YouTube anschauen.

Alles Liebe Dir, Hellen!