Was passiert bei Streß in Deinem Körper und Nervensytem?

Vielleicht wunderst Du Dich, warum Dich immer wieder Schlafstörungen, Magenschmerzen und immer wiederkehrende Erkältungen belasten? Denn das bisschen Stress hat doch jeder? Was viele nicht bedenken: der Stresspegel ist seit unseren Kindertagen bereits angestiegen, nicht erst seitdem wir berufstätig . Und wenn Du beginnst zu verstehen, was in Deinem Körper bei Stress passiert, wird es Dir zukünftig leichter fallen, täglich gut für Dich zu sorgen und Deinen Körper zurück in die Balance zu bringen…
Laut der Polyvagal-Theorie von Stephen Porges verharrt Dein Nervensystem in dem Zustand, den es in Deiner Kindheit entwickelt hat und zwar so lange, bis Du beginnst ihn gezielt zu verändern.
Wenn Du im Kindesalter Dinge erlebt hast, die dich überfordert haben – vielleicht waren Deine Eltern krank oder hatten selbst mit sich genügend zu tun, es war immer zu wenig Geld vorhanden, oder es wurde oft gestritten! Noch einprägsamer ist das Erleben von traumatischen Zuständen, die dann seither das Nervensystem in einem inneren Schockzustand verharren lassen – dann bist Du in dieser inneren Schreckspannung verblieben. Wenn Du dagegen eine „behütete“ Kindheit erlebt hast, dann sind für Dich viele Situationen, die für andere anstrengend sind, gut bewältigbar – Dein Nervensystem kann sich gut an die jeweilige Situation anpassen.

Und was passiert denn nun in Deinem Körper?
Man unterscheidet 3 Stress-Phasen:
1) Stressor
2) Innere, physische Reaktion
3) Äußere, sichtbare Reaktion

Stressoren sind die Sinnesreize (außerhalb oder innerhalb Deines Körpers), die in Dir etwas auslösen. Das können sein: Menschen, Wetterlage, Situationen, Schmerzen, etc.
Sobald der Stressor auf Dein System trifft erfolgt in Sekundenbruchschnelle die innere, physische Reaktion: hier findet eine Ausschüttung von Stresshormonen statt. Die Zusammensetzung der Hormone fühlt sich für jeden Menschen anders an: der eine empfindet Wut, ein Anderer Angst, ein Dritter empfindet die Situation neutral.
Und dieser giftige Hormoncocktail, der dann durch Dein Blut strömt, löst diese unguten Empfindungen in Dir aus.
Das Problem ist: niemand hat Dir beigebracht, wie Du damit umgehen sollst! Also kommt es zur äußeren, sichtbaren Reaktion: eine meist stereotype, unbewusste Abwehrreaktion.
Aber leider führt das ist nicht zu der Lösung, die Du gerne möchtest: Deinen inneren Frieden! Im Gegenteil: auf diese Art verstärkst Du meistens Deinen inneren Hormoncocktail noch mehr und Dein System bleibt in Dauerspannung!
Wenn Du also in dieser 3. Reaktion landest, agiert Dein Unbewusstsein in den meisten Fällen den Stress Deiner Kindheit aus und Du verstärkst jedes Mal die Ausschüttung der Stresshormone.

Was wäre denn nun die „bewusstere“ Lösung?
Die Transformation dieser Situation beginnt, sobald Du ganz bewusst die Hormonzusammensetzung Deines Blutes zurück in die Balance bringst! Wie kann das geschehen?
1) Beende Deine Außenreaktion: das ist schon ein Bewusstseinstraining, das kontinuierlich geübt werden kann, bis es keine einzige Situation mehr in Deinem Leben gibt, in der Du unbewusst reagierst.
2) Beruhige Dein Nervensystem, indem Du:
a. Beginnst ruhig zu atmen – die Atmung ist das erste, was sich bei Stress in Richtung flach und unruhig verändert – also trainiere Dich, indem Du wieder beginnst ruhig zu atmen
b. Spreche mit Affirmationen zu Dir: z.B. „ich bin ganz ruhig“ – Dein Körper reagiert auf die Dinge, die Du ihm erzählst, deine mentale Realität zeigt sich in Deinem Körper! Beginne Deinem Körper eine neue Realität zu erzählen
c. Richte Deine Aufmerksamkeit auf etwas Schönes: auch hier gilt: Dein Körper reagiert auf das, was Du ihm zeigst. Blickst Du immer wieder auf den Stressor, dann verharrt Dein Körper im Stresszustand…
d. Bewege Dich! Durch die Stresshormone zieht sich Dein Fasziengewebe zusammen und Du fühlst Dich steif und verspannt – wenn Du beginnst, am besten täglich, Dein Gewebe durch Bewegung wieder zu durchbluten und länger zu ziehen, löst Du die festgehaltene Spannung
e. Gehe Spazieren! Hier vereinst Du alle Punkte: beruhige Deine Atmung, das Sprechen von Affirmationen, Fokus auf etwas Schönes und Bewegung.

Und jetzt denkst Du, so lässt Du Dir dann alles gefallen und jeder kann mit Dir machen, was er will? Nein, das tust Du nicht, denn es geht erst einmal darum, Dich aus der unbewussten Reaktion zu befreien, wieder in einen bewussten Zustand zu gelangen. Um dann ganz klar entscheiden zu können: will ich reagieren und wie will ich reagieren?
Und ich bin mir ganz sicher, dass Du in 70-80% der Fälle nicht mehr reagieren möchtest und Deinen inneren Frieden vorziehst.